Sein letzter Gang – Niederrheinische Landeszeitung vom 01.08.1935
Walbeck. Am Dienstagmorgen wurde der weit über unsere Gemeinde geachtete Wirt und Bäckermeister Hermann D e c k e r s zu Grabe getragen. Ein überaus großer Leichenzug gab dem Verstorbenen auf seinem letzten Gange das Geleite. Der Musikverein und der Pfarrcäcilienchor, denen der Verstorbene jahrzehntelang angehörte, waren vollzählig zur Stelle, um ihrem treuen Mitglied die letzte Ehre zu erweisen. Der Kirchenvorstand, Vorstand der Spar- und Darlehenskasse, Vertreter der Postbehörde, Wirteverein und St. Antonius- und Sebastianusbruderschaft und zahlreiche Trauergäste von nah und fern waren herbeigeeilt, um dem Mann, der in seiner Heimatgemeinde so viel zum Wohle der Allgemeinheit gewirkt hat, einen letzten Gruß zu sagen. Am offenen Grabe sang der Pfarrcäcilienchor ein Abschiedslied, der Musikverein spielte das Lied vom guten Kameraden und dann senkten sich die Fahnen zum letzten Male vor der offenen Gruft. Die zahlreichen Kranzspenden bewiesen deutlich, welcher Achtung und Beliebtheit sich der Verstorbene in allen Kreisen der Bevölkerung erfreute; sein liebenswürdiges Wesen, sein offener und gerader Sinn, seine schlichte Einfachheit machten Ihn zu einem der letzten Menschen, die keinen zum Feind haben. Nun ist dieser gute und prächtige Mann von uns gegangen, sein Andenken aber wird bei allen, die ihn gekannt, unvergesslich bleiben!
Seit vier Generationen vor dem Ofen – Heute besteht die Bäckerei Deckers hundert Jahre – Rheinische Post vom 19.02.1963
WALBECK. Am heutigen Dienstag, dem 19. Februar, kann die Bäckerei Deckers auf ihr hundertjähriges Bestehen zurückblicken und diese hundert Jahre ist sie ununterbrochen im Besitz derselben Familie. Am 19. Februar 1863 erwarb Bäcker Wilhelm Deckers, geboren am 22.8.1823 in Hartefeld, mit seiner Ehefrau Maria Catharina de Stuers das heutige Anwesen am Marktplatz in Walbeck für 1800 Taler preußische Courant, wi es im Kaufvertrag heißt, den der Notar Alexander Albert Franoux zu Geldern ausfertigte.
Verkäufer war der Ackersmann Goswin W. Passer, wohnhaft in Straelen – Vorst. Letzterer hatte das Haus am Walbecker Marktplatz, flächenmäßig groß 51 Ruten und 80 Fuß, in einem öffentlichen Verkauf, der in der Wohnung des Beigeordneten Ludwig Leenen am 8. April 1861 stattfand, von den Eheleuten Jakob Paron und Petronella Ingenerf erworben, aber selbst hatte er es nicht bewohnt. Der Kaufpreis betrug 1861 1615 Taler plus 10% Aufschlag. Wilhelm Deckers scheint das Haus bereits vor dem endgültigen Kauf bezogen zu haben. Interessant an diesem Verkauf ist der Umstand, dass ausdrücklich vermerkt wird, auf dem Haus laste eine Rente von jährlich einem halben Pfund Wachs zugunsten der Kirche in Walbeck. In diesem Hause und in den dazu gehörigen Gebäulichkeiten befand sich eine Bäckerei, von wem sie vorher betrieben wurde, wird nicht erwähnt. Es heißt nach der Familientradition, Wilhelm Deckers, zunächst von Beruf Landwirt, habe erst das Bäckereihandwerk erlernt, als er das Haus am Markt erworben hatte.
Zugleich mit dem Kauf des Wohnhauses am Markt erwarb Wilhelm Deckers von Goswin W. Passer noch 2 Parzellen Ackerland, groß ein Morgen 86 Ruten. Weiter erwarb er von Peter Johann Passer aus Straelen ebenfalls am 19. Februar 1863 noch 3 Parzellen Ackerland, bzw. Wiese, groß zusammen 4 Morgen, 10 Ruten und 50 Fuß für einen Preis von 400 Talern. In dem Wohnhaus am Marktplatz betrieb Wilhelm Deckers neben der Bäckerei eine Schenkwirtschaft. Nach seinem Tode im Jahre 1886 übernahm Sohn Hermann Deckers den väterlichen Betrieb, der durch eine Kolonialwarenhandlung erweitert wurde und auch sonst durch Fleiß und Geschicklichkeit einen bedeutenden Aufschwung nahm.
Als Schenkwirt war Hermann Deckers eine weit über die Gemeinde hinaus bekannte und geachtete Persönlichkeit, durch sein zuvorkommendes Wesen und seine Freundlichkeit bei allen beliebt. Im Jahre 1911 übernahm er nach dem Tode des Bürgermeisters Joh. Seyen auch die Postagentur Walbeck, die bis zum Ende des zweiten Weltkrieges im Jahre 1950 im Hause verblieb und zuletzt von der Tochter Maria verwaltet wurde. Nach dem Tode von Hermann Deckers (am 27.7.1935) übernahm sein Sohn Willi Deckers die Bäckerei und Schenkwirtschaft und führte den Betrieb in der dritten Generation in bewährter Weise fort. Die Entwicklung der Gemeinde Walbeck zum bekannten Spargeldorf am Niederrhein brachte es mit sich, daß Willi Deckers die Schenkwirtschaft zu einem Gasthof erweiterte (heute Gasthof „zu den drei Kronen“ genannt), der nicht nur in der Spargelzeit, sondern auch während des ganzen Jahres einen überaus lebhaften Zuspruch von Gästen vom ganzen Niederrhein erhält und sehr geschätzt ist.
Von den drei Söhnen des heutigen Besitzers ist der zweite (Berni) mit dem Vater zusammen in der Bäckerei tätig und wird voraussichtlich der vierte Bäcker in der Familientradition werden. Das Geschäftsjubiläum der Bäckerei Deckers darf wohl ein Anlaß sein, einmal Rückschau zu halten auf ihre Entwicklung und ihren Aufstieg zu der heutigen Bedeutung.
Die Spargelherrlichkeit wird aufgefrischt – Rheinische Post vom 19.04.1966 von Renate Wilkes-Valkyser
Walbeck. Zu den renommierten Spargelgaststätten in Walbeck gehört das Lokal Deckers. Zum Preis des Spargelessens will sich allerdings die Wirtin, Frau Deckers, noch nicht endgültig äußern. Sie möchte erstmal abwarten, wie teuer sie den Spargel einkaufen muß, den sie später ihren Gästen vorsetzen kann. Auf jeden Fall soll es aber Original Walbecker Spargel sein, der auf die Tische des Lokals Deckers kommt. „Den Ruf des Walbecker Spargels wollen wir nicht mit Ware riskieren, die anderswo oder sogar in Holland eingekauft wurde“, versichert Frau Deckers.
Die Familie Deckers gehört zu den Wirtsfamilien in Walbeck, die durch die Flurbereinigung eigene Spargelflächen verloren. Auf dem neuen Land, das die Familie Deckers zum Ersatz für die Verlustflächen bekam, werden neue Spargelflächen angelegt. Darin sind sich die Walbecker Spargelbauer einig: In Walbeck muß in Zukunft mehr Spargel angebaut werden. …
Spargel auf niederrheinische Art – Im „Haus Deckers“, Walbeck, geht die Hauptsaison bis zum Johannistag – Die deutsche Gaststätte – Deutsche Hotel-Zeitung (später AHGZ) vom 31.05.1969 von blw.
Walbeck (Niederrhein). Die Linden am Walbecker Markt zögerten in diesem Jahr lange, bis sie zaghaft ihr erstes Grün zeigten. Frau Maria D e c k e r s und ihr Mann Willi, Besitzer des „Haus Deckers“, am ganzen Niederrhein als „Spargelhaus“ bekannt, schauten oft auf die Linden vor ihrer Gasstätte, deren erstes Grün auch den ersten Spargel ankündigt.
1969 verspäteten sich Lindengrün und Spargel fast um 14 Tage. Das bedeutet, daß die Spargelsaison, die am Niederrhein mit dem Johannistag (24. Juni) zu enden pflegt, und damit auch der Verdienst arg beschnitten wird. Auch hier gilt die alte Weisheit, daß sich einmal verlorene Zeit nicht mehr einholen läßt. Nach dem 24. Juni verschwinden auch die bunten Girlanden, die auf Walbecks „hille“ Zeit, die Spargelsaison, hinweisen. Gegenwärtig kommen die Freunde des Delikateßgemüses von weit her, von Köln, Düsseldorf, Krefeld und besonders aus dem Ruhrgebiet, um die Güte des Walbecker Spargels auf die Probe zu stellen.
Frau Maria Deckers, deren Familie seit 1863, also über hundert Jahre, die Gastwirtschaft und Bäckerei am Markt besitzt, hält es mit der klassischen Zubereitung des Spargels. Am Niederrhein „steht“ man auf gekochten Spargel, neuen Kartoffeln, viel Buttersoße, dazu gekochten oder rohen Schinken, vielleicht dazu auch einmal ein Schnitzel oder hartgekochte Eier. Die Gourmets, die vom „Rad“ in Überlingen den besonderen Geschmack des Spargels mit süßer oder saurer Sahne oder gar mit Schlagsahne gewohnt sind, kommen in Walbeck weniger auf ihre Kosten. Am Niederrhein ist man deftiger in der „Genüsslichkeit“.
1800 Taler preußische Courant kostete das Haus, wie der noch vorhandene Kaufvertrag vom 19.2.1863 ausweist. …
1911 wurde in dem Gasthaus die Walbecker Postagentur eingerichtet, die Hermann Deckers den Rang eines Posthalters einbrachte. Bis 1950 waren Deckers Posthalter, Bäcker und Wirte in einer Person.
Nach dem ersten Weltkrieg kam die Entwicklung Walbecks zum Spargeldorf, die 1945 von der englischen Besatzung jäh gestoppt wurde. Spargel war für die hungernde Bevölkerung nicht notwendig, sondern Getreide. Darum wurde zum großen Zorn der Walbecker der Befehl erlassen, dass die letzten verbliebenen Spargelbeete einzuebnen seien und auf dem so gewonnen Land Getreide anzupflanzen sei. Noch heute sind viele Walbecker der Ansicht, dass der Befehl keineswegs aus Sorge um die Bevölkerung gegeben worden sei, dessen Beachtung die Besatzungsbehörde mit harten Strafen erzwang. Besonders verbittert waren die Einwohner, weil die Anlage einer Spargelkultur bis zum ersten Stich drei lange Jahre Arbeit fordert. Rund 15 Jahre hat der Spargelbauer dann Ertrag von der Kultur. Rund 500 Morgen Spargelland wurden damals zweckentfremdet. 1957 waren es wieder rund 400 Morgen, auf denen Spargel angebaut wurde. Dann kam ein neuer Schlag für die Spargelbauern. Eine amtliche Flurbereinigung wurde durchgesetzt, bei der die Familie Deckers ihre ganzen Spargelanlagen einbüßte. 1965 war der Spargelanbau auf etwas über 100 Morgen geschrumpft; jetzt hat er wieder rund 150 Morgen erreicht. Besonders nachteilig macht sich der Mangel an Stecherinnen bemerkbar, so dass heute nur Familienbetriebe kleine Kulturen erhalten können. In guten Jahren bringt übrigens der Morgen Spargelkultur rund 20 Zentner Spargel, der von Anfang Mai bis zum 24. Juni geerntet sein will. Alle Bemühungen, die Ernte durch Maschinen zu rationalisieren, sind gescheitert, da der Spargelbauer auf das Fingerspitzengefühl seiner Stecherinnen – Männer sind meist ungeeignet – angewiesen sind.
Frau Deckers kann mit beredten Worten von der Arbeit des Spargelstechens erzählen, die sie selbst jahrelang ausgeübt hat. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang waren Stecherinnen auf dem Feld, wenn der Spargel an schwülheißen Tagen richtig schoß. „Glauben Sie, dass wir damals überhaupt nur eine Stange Spargel hätten essen mögen? Manchmal beteten wir abends um kühles Wetter, damit sich unsere müden Rücken einmal ausruhen konnten. Es dauerte bis weit über den Johannistag hinaus, bis viele von uns wieder aufrecht gehen konnten nach der Bückerei auf dem Feld.“
Wahrscheinlich sind es diese Jugenderfahrungen, die es Frau Deckers nicht bedauern lassen, dass sie ihren Spargel jetzt auf den Versteigerungen kauft, die die Genossenschaft der Spargelbauern abhält. Dafür bedauert sie umso mehr, dass die alten Bräuche um den Spargel, wie das Spargelfest und die Wahl der Spargelkönigin, in Vergessenheit geraten sind. Aber auch ohne Spargelfest und Spargelkönigin ist das Dorf besonders an Wochenenden von den Spargelessern überlaufen.
Spargel-Geburtshelfer für „Schnauferl-Club“ – 1. Veteranentreffen im Spargeldorf Walbeck – Niederrhein Nachrichten vom 03.06.1980 von Ralf Geraedts
WALBECK. Motoren knattern, funkelnde und blitzende Karossen rollten durch die schmalen Straßen, die Fahrer teilweise in typischer Kluft, mit Sonnenbrille und Schlägerkappe. Die Rede ist vom ersten Veteranentreffen im kleinen Spargeldorf Walbeck bei Geldern. Über hundert Liebhaber der beliebten „Schnauferl“, organisiert im Allgemeinen Schnauferl-Club (ASC), Landesgruppe Rhein-Ruhr, gaben sich Sonntagnachmittag im Walbecker Spargelrestaurant „Haus Deckers“ ein gemütliches Stelldichein. Anlaß für dieses Treffen war eine Spargelfahrt, die am Morgen in Neersen bei Willich gestartet wurde. In langer Reihe „schnauften“ die polierten Automobilveteranen durch die niederrheinische Landschaft, die Besatzungen picknickten am Poelvensee und ein typisches Spargelessen gemäß des Mottos des Ausflugsfahrt dampfte dann in Walbeck, wo die Sieger eines Spargel-Quiz geehrt und ein „Allgemeiner Spargelclub, Bezirksgruppe Niederrhein“ aus der Taufe gehoben wurde.
„Alles von der Stange“ – Spargel ist die Spezialität des Hauses Deckers. Aber nicht nur das Gemüse ist hier hochherrschaftlich. – NRZ, Niederrhein à la carte – vom 09.09.2005 von Gabi Geis
Schade eigentlich, Winston Churchill hat ihn damals bei seinem Besuch im Haus Deckers nicht probieren können – den selbst angebauten und zubereiteten Spargel der Familie Deckers in Walbeck.
Zu nationalsozialistischen Zeiten war der Anbau des „weißen Goldes“ verboten. Damals war das Gasthaus am Marktplatz im Spargeldorf Walbeck mit dem öffentlichen Fernsprecher 380 (heute 30 80) zugleich Poststation und damit der Mittelpunkt des Dorfes nahe der Grenze. Heute ist das Haus Deckers immer noch in Familienbesitz. Telefon gibt es natürlich längst auf jedem Zimmer, der Walbecker Spargel steht bei Vater Bernhard und Sohn Norbert Deckers nach wie vor auf der Speisekarte – nur dass die schmackhaften Stangen auf den Tellern jetzt nicht mehr aus eigenem Anbau, sondern aus dem der Nachbarn kommen. (…)
1863 wurde das mittlerweile denkmalgeschützte Haus von Norbert Deckers Ururgroßvater Wilhelm gebaut und als Gasthaus in Betrieb genommen. Mehrfach wechselte der Name des Gasthauses, aber geführt wurde es immer von einem Deckers. Noch heute ist das Hotel ein großer Familiebetrieb. Die saisonale, niederrheinisch geprägte Küche trägt Mutter Margrets Handschrift, in der Spargelsaison helfen Schwester Nicola – übrigens die frisch gekürte Spargelkönigin der kommenden Saison – und manchmal auch Onkel und Schwager aus.
Spargel kann man hier auch außerhalb der Saison genießen. „Wir kochen ihn ein, das hat sich bewährt“, verrät Norbert Deckers. Zwischen Mai und Juli dominiert der frische Spargel die Speisekarte – für 17 Euro das Pfund ging er in der vergangenen Saison in der klassischen Variante über den Tisch.
Als Renner hat sich im Mai und Juni auch das Spargelbuffet jeden Freitagabend erwiesen. Jetzt werden neben niederrheinischem Panhas genauso Lamm-Carrées oder Wildlachs in Dillsenfsoße aufgetischt. (…)
Neue Zimmer mit Tradition – Nach der Erweiterung des Hotels Deckers um mehrere Zimmer bekommt der Kirchenchor einen geeigneten Proberaum. Er erhält den Namen „Caeciliensaal“ – Rheinische Post, aus dem Gelderland – Helmut Schopmans vom 24.02.2006
WALBECK Interessiert verfolgten die Walbecker in den vergangenen Monaten den Neubau eines umfangreichen Hoteltrakts am Ende des Marktes im Schatten der Pfarrkirche St. Nikolaus. „Haus Deckers“ erweitert dort seine Kapazitäten an Hotelbetten mit einem imposant wirkenden Neubau nach Plänen des Walbecker Architekturbüros Egbert Arts / Tobias Waerder.
Das dreistöckige, in Ziegelmauerwerk gehaltene Gebäude umfasst 4226 Kubikmeter umbauten Raum mit einer Nutzfläche von 950 Quadratmetern. Elf geräumige Doppelzimmer werden eingerichtet, vier weitere stehen in Reserve. Mit den bereits im Altbau vorhandenen ist das Bettenangebot des Hotels dann auf 42 Betten gestiegen. Im Untergeschoss sind zwei Kegelbahnen untergebracht. Eine ansprechende Rezeption heißt die Gäste willkommen. damit hat das Dorf, das nicht nur in der Spargelzeit auf Fremdenverkehr setzt, eine gastronomische Bereicherung erfahren.
Haus mit Bäckerei
„Haus Deckers“ kann auf eine traditionsreiche Geschichte zurückblicken. im Jahre 1863 erwarb der in Hartefeld geborene Wilhelm Deckers das Haus mit Bäckerei für 1800 Taler preußische Courant, wie es im Kaufvertrag heißt, den der Gelderner Notar Alexander Albert Franoux ausfertigte. Interessant an diesem Kaufvertrag ist die Eintragung, dass auf „dem Haus eine Rente von jährlich ein halbes Pfund Wachs zu Gunsten der Walbecker Kirche lastet“. (…)
1920/21 logierten belgische Besatzungssoldaten in den Gasträumen. Als im Sommer 1936 das Hintergebäude mit etlichen Stallungen in Flammen aufging, gab Willi Deckers, Inhaber in der dritten Generation, die Landwirtschaft auf und baute die Gastwirtschaft mit einem kleinen Saal weiter aus. Lange Jahre war das Haus auch das Vereinslokal des Musikvereins 1877, des Sportvereins 1913 und des Taubenvereins „Grenzflieger“.
Hotelbetriebswirt
Der heutige Besitzer, Berni Deckers, hat nach Aufgabe der Bäckerei und des Lebensmittelgeschäftes mit seiner Ehefrau Margret das Haus zu einem gefragten Hotel umfunktioniert. Sohn Norbert, gelernter Koch und Hotelbetriebswirt, ist ins Boot der Eltern gestiegen und führt nun in der fünften Generation das Hotel mit seinen Eltern weiter. Es freut sich auch der Kirchenchor an St. Nikolaus über den Neubau. In dem 150 Quadratmeter großen Saal bekommt der Chor auch einen geeigneten Probenraum, der nun auf den Namen „Caeciliensaal“ getauft wird.
Walbeck feiert die neue Spargelprinzessin – Rheinische Post vom 08.04.2006
In Walbeck dem „Spargeldorf“ am Niederrhein, stehen die Zeichen wieder auf Gaumenschmaus und Feiern. Denn kaum ist der erste Spargel da, verwandelt sich der hübsche Ort in ein Mekka aller Feinschmecker, die das viel gepriesene Frühjahrsgemüse genießen. In Walbeck wird traditionell vornehmlich der weiße Spargel angebaut.
Die Gastronomie, die in diesen Wochen Gäste aus dem weiten Umkreis bis einschließlich Düsseldorf bewirtet, lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen, damit die Gerichte einen Gaumenkitzel erfüllen. Sehr beliebt geworden sind die Spargelbuffets, bei denen nach Herzenslust geschlemmt werden kann. Die meisten Lokale bieten dieses Spezialarrangement an einem Tag pro Woche in den Monaten Mai und Juni an.
Einen Genuss verspricht auch das Rezept, das die diesjährige Spargelprinzessin als Empfehlung ausgesucht hat: Überbackener Spargel in Blattspinat. Die aktuelle Prinzessin weiß, was gut schmeckt, stammt sie doch aus dem gastlichen Traditionsbetrieb „Haus Deckers“ am schönen Markt. Am 12. April eröffnet Deckers ein neues Hotel unter dem Namen „Posthotel Haus Deckers“.
Höhepunkte im Veranstaltungsprogramm der nächsten Wochen ist am 7. Mai der Festtag der Spargelprinzessin mit Handwerker- und Spargelmarkt und ab 15 Uhr einem Festzug durch das Dorf mit Pferde- und Ponykutschen, Musik und historischen Gerätschaften des Spargelanbaus. Am 1. und 2. Juli folgt das Spargel- und Dorffest in Walbeck.
Spargel satt – Rheinische Post, Das Magazin – Herr Tückmantel vom 06.05.2006
An historisch beachtlichen Daten ist kein Mangel: „Gastfreundschaft seit 143 Jahren“ und „Spargeltradition seit 72 Jahren“. So präsentiert sich das „Haus Deckers“ im niederrheinischen Spargeldorf Walbeck zum Beginn der neuen Saison. Die Familienchronik lässt sich auch am Personal festmachen: Norbert Deckers führt in fünfter Generation den Service, unterstützt wird er von den Senioren, Mutter Margret (in der Küche) und Vater Bernhard. Ebenso beständig ist der Kreis der Gäste: Spargel-Ausflügler pilgern seit ihrer Jugendzeit zur vertrauten „Poststube“ und in den „Kronensaal“. Beide Räume bieten rund 100 Plätze. Nach einem zurückhaltenden, kalten Saisonauftakt für das königliche Gemüse geht´s jetzt richtig los in den Walbecker Betrieben. Bei Deckers werden die weißen Stangen wahlweise mit westfälischem Knochenschinken, Bündner Fleisch, Filetsteak oder geräuchertem Wildlachs serviert. Drei Menüs mit jeweils drei Gängen stehen für 25 und 28 € auf der Karte. Jeden Freitag Darf nach Lust und Laune geschlemmt werden: Das in „Kompott von rotem Rhabarber“ mündende Buffet (24,50€) liefert Spargel satt.
Walbecker Savoy – Im Haus Deckers verbindet sich beeindruckend niederrheinische Tradition mit gediegener Modernität – Rheinische Post, aus dem Gelderland – Herr Speer vom 12.04.2006
Schon Winston Churchill hat sich im Haus Deckers wohl gefühlt, das er deshalb zum „Savoy des Niederrheins“ umtaufte. Heute würde er staunen, wie einladend sich die erste gastliche Adresse am Ort nach der großzügigen Erweiterung darstellt. Ab heute hat das ehemalige „Savoy“ zudem einen neuen Namen: Es heißt nun „Posthotel Haus Deckers“, benannt nach der Poststation, die sich bis 1950 in diesem Haus befand. Der Ausbau des Hotels wird etwa Anfang Mai abgeschlossen sein.
Die Familie Deckers möchte der Öffentlichkeit dann gern die Ergebnisse des umfangreichen An- und Umbaus bei einem „Tag der offenen Tür“ vorstellen. Allerdings erst nach dem Ende der Spargelsaison, in der die Familienmitglieder alle Hände voll zu tun haben. Schließlich ist Deckers das erste Haus in Walbeck, das Spargel servierte – bis 1934 reicht diese Tradition zurück. Der gute Name verpflichtet: In der Spargelsaison kommen die Gäste von weit her, um sich im Haus Deckers mit erstklassigem Walbecker Spargel von den Spargelhöfen Allofs und Leuker, zubereitet nach raffinierten Gerichten, verwöhnen zu lassen. Auch zahlreiche Prominente ließen sich in dem seit 1863 bestehenden Haus von der Familie Deckers verwöhnen. Im Gästebuch verewigt haben sich unter anderem Paul Kuhn, Graham Bonney, die Gruppe Smokie sowie Armin Dahl, der erste deutsche Stuntman.
In diesem Jahr wird das königliche Gemüse im Haus Deckers ganz besonders gut schmecken – schließlich ist die Tochter des Hauses, Nicola Deckers, die Walbecker Spargelprinzessin 2006. Freitags im Mai und Juni wird sie im elterlichen Restaurant anwesend sein und die Gäste am reichhaltigen Spargelbuffet begrüßen. Bei dieser Gelegenheit können die Gäste auch das köstliche Lieblingsgericht von Prinzessin Nicola I. probieren: Überbackener Spargel in Blattspinat. Samstags wird den Gästen ein Klavierabend mit der Pianistin Helen Thissen geboten.
Was neben dem Stammhaus Deckers unter der Leitung des Walbecker Architekturbüros Arts und Waerder durch Handwerksbetriebe aus der Region entstanden ist, kann sich schon jetzt sehen lassen. Nach der Fertigstellung werden im Posthotel Haus Deckers elf neue Gästezimmer zur Verfügung stehen.
Klingende Namen – Von sieben der elf neuen Zimmer aus blicken die Gäste auf historische Walbecker Gebäude. Dadurch bekamen sie ihre Namen.
Ordentlich ausgetreten ist die Schwelle aus Blaustein an der Einganstür des seit 1990 denkmalgeschützten Hauses Deckers. Kein Wunder, schließlich betreten die Gäste die Restauration seit 1863 durch diesen Eingang. Das wird sich auch nicht ändern. Aber zusätzlich ist nun in der Luciastraße ein Eingang für das Hotel entstanden, und zwar im gläsernen Übergang zwischen dem alten und dem neuen Gebäudeteil. Hinter dem Haus, das sich mit seiner Mauerung im Kreuzverband und Bedachung mit Rheinland-Ziegeln harmonisch in die bestehende Bebauung einfügt, gibt´s einen großzügigen Parkplatz für die Gäste. Zwischen den Gebäuden ist ein Rosenhof entstanden, in dem die Hotelgäste im Sommer gemütlich sitzen können.
In der neuen Fassade wurden aufgrund der Ideen von Bernd und Norbert Deckers einige Stilelemente des Stammhauses übernommen oder zitiert. Wie etwa die Giebelornamente oder die runden Maueröffnungen, in denen Brutkästen installiert sind. Seniorchef Bernd Deckers ist als Mitglied des Brieftaubenvereins „Grenzflieger“ stolz darüber, dass in der alten Fassade schon Falken und Schleiereulen gebrütet haben. Sieben der neu entstandenen Gästezimmer tragen Namen je nach ihrer Aussicht auf historische Walbecker Gebäude: Vom St. Nikolaus-Zimmer blickt man auf den Eingang der Kirche.
Dazu bietet das Haus Deckers als Geschenkidee für Brautpaare eine Übernachtung im St. Nikolaus-Zimmer an. Von den anderen Zimmern aus hat man freie Sicht auf die Lucia-Kapelle, das Weiße Haus, das Pastorat, den Kaplanshof, die Steprather Mühle und die Kokermühle. Die Kegelbahnen tragen ebenfalls klingende Namen: Kokerbahn und Stepratherbahn.
Auf die Idee mit den Namen kam Norbert Deckers, der das Hotel nun in fünfter Generation führt. Der Juniorchef hat seinen Job von der Pike auf gelernt: Nach fünfjähriger Lehrzeit als Koch und Hotelfachmann in namhaften Vier-Sterne-Häusern in Nettetal und Köln hat er zwei Jahre lang die Hotelfachschule in Heidelberg besucht. Den elterlichen Betrieb führt Norbert Deckers nun als staatlich geprüfter Hotelbetriebswirt. Seine Mutter Margret Deckers kümmert sich gemeinsam mit der Jungköchin Miriam Janssen um die gastronomische Verwöhnung der Gäste.
Die Gäste werden nicht nur in der historischen Gaststube mit der originellen gebogenen Holzdecke, im Kronensaal und im neuen Caeciliensaal bedient, sondern auch, sobald das Frühlingswetter seinen Namen verdient, im Marktcafé sowie auf der lauschigen Gartenterrasse. Auch Radausflügler steuern gern das Posthotel Haus Deckers an. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) hat das fahrradfreundliche Haus mit einer „Bed & Bike“-Plakette ausgezeichnet.
Schon Churchill kannte „The Savoy“ am „Strand“ – Das Traditionshaus Deckers blickt auf eine lange Geschichte zurück – Niederrhein Nachrichten – Nina Meyer vom 15.07.2006
Im Herzen Walbecks gelegen, kann das denkmalgeschützte „Haus Deckers“ auf eine lange und anekdotenreiche Geschichte zurückblicken. Seit fünf Generationen befindet sich das Traditionshaus in Familienbesitz, und seit Wilhelm Deckers das heutige Anwesen 1863 erwarb und darin eine Gasstätte, Konditorei und Bäckerei eröffnete, beherbergte es zahlreiche namhafte Gäste.
Es heißt, einer der bekanntesten, Winston Churchill taufte während der britischen Besatzungszeit das Gasthaus „zu den drei Kronen“ um in „The Savoy“. Zu dieser Zeit begab es sich auch, dass man nicht schlicht über den Walbecker Markt lief, sondern sich auf einmal auf dem Londoner „The Strand“ wieder fand und von dort aus nicht in die Luciastraße sondern in die „Whitehall“ einbog.
Als Hermann Deckers 1911 nach dem Tod des Bürgermeisters und Posthaltes Seyen die Poststation übernahm, erhielt das Haus den Namen „Zur Post“. Die „Poststube“, das Restaurant des Hauses Deckers, erinnert noch heute an diese damalige Nutzung.
Den ersten Walbecker Spargel überhaupt servierte die Urgroßtante Maria Deckers des Chefs in spe 1934 in ihrer Gasstube. Von der Witwe des „Spargelmajors“, Marianne Klein-Walbeck, hat die Vorfahrin während einer Einladung auf das Walbecker Rittergut die Zubereitung des Königsgemüses gelernt. Bis heute ist die Familie dem Spargel verbunden geblieben – Nicola Deckers regierte in der vergangenen Saison als „Spargelprinzessin „Nicola I.“.
1989 war das Haus „Geburtsort der Zuverlässigkeitsfahrt für Oldtimer, die auch in diesem Jahr wieder den Niederrhein durchquert. Befreundete Mitglieder des wenige Jahre zuvor gegründeten Spargel-Clubs entschlossen sich hier, die historischen „2000 km durch Deutschland“ wieder ins Leben zu rufen.
Heute sind das Haus Deckers und seine Erweiterung, das Posthotel, beliebte Ziele für Spargelfans, Radfahrer, Urlauber und Tagungsgruppen. Auf Hochzeitsfeiern ist man hier ebenfalls bestens vorbereitet. Der Rosenhof und der lichtdurchflutete gläserne Eingangsbereich bieten ein ansprechendes Ambiente; beispielsweise für einen festlichen Sektempfang.
Moderne Architektur mit traditionellem Charme
Auf die Brautpaare hat man es im Walbecker Traditionsbetrieb Haus Deckers „abgesehen“. Das gediegene Ambiente des neuen Posthotels bietet einen angemessenen Rahmen für die Feierlichkeiten des „schönsten Tages im Leben“. Für die daran anschließende „schönste Nacht“ spendiert der Chef in spe Norbert Deckers dem Jubelpaar das wunderschöne Hochzeitszimmer „Sankt Nikolaus“.
Mit der Erweiterung durch das neue „Posthotel“ an der Luciastraße hat das Haus Deckers mehr Platz und ein noch größeres Angebot für seine Gäste geschaffen.
Das Markenzeichen des Hotels und seiner Restauration ist die Kombination niederrheinischer Tradition mit hochwertigem modernen Standart. So steht die Gastronomie im ersten Haus am Platze – von Margret Deckers´ Küche bis hin zur Getränkekarte – für niederrheinische Spezialitäten und regionale Produkte. Der Walbecker Spargel darf hier natürlich nicht fehlen, aber auch der Gänsebraten zur Wildsaison hat sich schon als Klassiker einen Namen gemacht. Die Idee, die Gäste rundum niederrheinisch zu verwöhnen, spiegelt sich nicht zuletzt in der Mitgliedschaft bei „NRW kulinarisch“ wider, einem Verein, der sich der Förderung regionaler Spezialitäten verschrieben hat.
In der Hotelerweiterung setzt sich das Konzept mit dem Bewusstsein für das jeweils Typische auch in der Verbindung klassischer Elemente mit modernster Architektur fort. Seite an Seite mit dem denkmalgeschützten Haus Deckers am Walbecker Markt, das seit 1863 in Familienbesitz ist, schmiegt sich das neue Gebäude harmonisch in das Straßenbild. Liebevoll sind selbst kleine Details auf Baustil und Historie des Altbaus abgestimmt und das Äußere Erscheinungsbild fügt sich mit sorgfältiger Rücksicht auf den alten Bestand zu einer gelungenen Gesamtkomposition zusammen.
Der Kenner bemerkt sofort die Korrespondenz zwischen den beiden Klinkern im Kreuzverband, das ähnliche Traufgesims, die wiederkehrenden kupfernen Elemente und die Verwendung der regionaltypischen Dachpfannen. In dem Erweiterungsplan, der gleichzeitig die Betriebswirtarbeit des zukünftigen Nachfolgers begründete, wurde großer Wert auf diesen einheitlichen Rahmen gelegt.